

Die große Frage nach dem "Warum".. Eltern formulieren sie meistens so: "Warum hockst du die ganze Zeit vor dem Scheiss-Ding ?"
Viele sind der Meinung es sei ein kontaktarmes Hobby und macht einsam.. andere finden absolut keine Befriedigung
darin, dass irgendwas auf ihrem PC funktioniert... Sie arbeiten damit, können das was sie können müssen und sind glücklich.
Was ist also so faszinierend daran, ein "Computerfreak" zu sein und welche Bedeutung hat dieses Wort
eigentlich ?
Ich hoffe mit dem folgenden Text lässt sich etwas Klarheit verschaffen.
Definition
Jemand dem es Spaß macht, sein System, die Funktionsweise eines Computers zu
analysieren, zu sehen DASS es funktioniert und vor allem auch WIE es funktioniert. Jemand der einfach mehr
wissen will über Computer.
Diesen "Suchenden" bezeichnet man oft als Computerfreak. Wobei "Freak" sowohl negative als auch Positive bedeutung haben kann.
"Freak" im Sinne von unkonform, interessiert oder im sinne von abgewrackt, zu nichts anderem tauglich.
Faszination
Diese hat viele Ursachen.
1. Allgemeine technische Begeisterung
Der eine spielt mit Autos, die andere mit Puppen, und wir eben mit Computern :)
2. Durch Eltern, die computerbegeistert sind und ihren Kindern das vermitteln
3. Der Computer ist geduldig
"JAA", magst du jetzt denken, "das sind Leute aber auch..." nunja, manche nicht... letztens zB wollte ich meiner Mutter ein Lied vorspielen, das ich schon etwas länger gesucht habe weil ich es aus einem Film kannte. (Ellis Paul - the World ain't slowin` down)
Zuerst hat sie wichtigeres zu tun gehabt, danach hat sie es vergessen...
Irgendwann sprach ich sie nocheinmal darauf an, aber als sie im Türrahmen stand und ich grade den Player gestartet habe, viel ihr noch etwas sehr wichtiges ein. Danach hat sie sich entschuldigt und wollte sich das Lied endlich anhören doch irgendwas kam wohl wieder dazwischen..... nach 5 Versuchen habe ich es aufgegeben.. *seufz*
So ist es nicht nur mit beschäftigten Müttern, sondern auch vielen anderen Menschen. Ein Freund von mir zB... er hört mir 10 Sekunden lang zu, wenn ich etwas erzähle und dann fängt er selbst an, etwas völlig anderes zu berichten, was ihm grade einfällt...
Ist dir dass noch nie aufgefallen? Eine Ausnahme musst du aber machen... wenn du Nicht-Computerversierten fachmännisch irgendwelche Sachen erzählst, dann wunder dich nicht wenn genau das passiert wie mir mit dem Freund da... das ist in diesem Fall nur allzu verständlich.
Der Computer hört sich alles an was man ihm eingibt und reagiert mit einer Ausgabe.
Ob diese nun zufriedendstellend ist oder nicht, liegt beim Benutzer... was uns zu einem weiteren Punkt führt.
4. Der Computer legt nicht aus was richtig und falsch ist
so wie Religion und Gesetze es tun. (Mal abgesehen von moralisch-ethischen Grundsätzen die zT. auch in den 10 Geboten enthalten sind und für jeden Menschen eine
Vorraussetzung um in Frieden leben zu können. zB "Du sollst nicht töten" ist für mich ein
Gebot, das ich sicherlich auch ohne gesellschaftlichen und gesetzlichen Druck sehr gut einhalten könnte :) )
Der Computer sagt nur ob etwas SO wie man es angeht funktioniert, oder eben nicht... und wenn es NICHT funktioniert, dann arbeitet man sich weiter vor BIS es funktioniert. Ein Vergleich: Stell dir vor dein PC würde dir sagen: "Du darfst deine Dateien nicht in diesen Ordner legen, weil er heilig ist." - Das klingt absurd, aber solche Eingrenzungen der persönlichen Freiheit werden in den Religionen vorgenommen.
5: Der Computer benotet dich nicht
so wie es Lehrer gerne (immer) tun. Entweder richtig oder falsch...
6: Kreativität
Außenstehende sagen auch gerne: Mach doch mal lieber was kreatives bzw. produktives!! - Die Kreativität, die in Programmen aller Art
steckt, die Arbeit und Mühe die man sich gemacht hat und das befriedigende Ergebnis wird meist unter den Tisch gekehrt, weil besonders ältere Personen fixiert sind auf etwas handfestes und
nichts mit ein paar Bits und Bytes anzufangen wissen.
Informationen haben eben zZ. nicht für jeden einen hohen Wert. Als Beispiel möchte ich hier mein Tussigotchi anführen, dass mich Wochen gekostet hat zu programmieren... und ich war/bin wirklich sehr stolz darauf auch wenn es im Vergleich zu anderen Programmen natürlich eine Niete ist ;). Tjoa, dieses Ding wollte ich natürlich allen Zeigen... meine Mom sagte etwas wie:
"Tut mir leid, wenn ich dich da jetzt nicht so lobe oä, aber ich weiss nicht wieviel Mühe es ist soetwas zu machen..." - Das Spiel hat sie nactürlich nicht einmal ausprobiert. *grml*
Zum Glück gab es auch positive Reaktion.. gestern (18.02.2002) hab ich erfahren, dass ein Freund von mir es in der Schule bei "Naturwissenschaften" gesaugt und gespielt hat und einige Schüler begeistert waren... der Lehrer hat es alleine 15 min gespielt und dass obwohl Unterricht war :D - sowas hört man doch gerne.
7: Gemeinschaft
Auch das ist ein interessanter Punkt, denn es gibt Leute, die gleiche Interessen
haben - wenn es auch nicht allzuviele sind. Also lassen sich auch über dieses
"kontaktarme Hobby" Freundschaften knüpfen.
8: Feedback
Das einzige Feedback was Computerfans bekommen für ihre lange Arbeit sind noch mehr Bits und Bytes... aaaber.. wenn es denn mal irgendein Computer nicht tut... sind wir zur Stelle und durch ein paar elegante Fingerbewegungen läuft der PC wieder wie von Zauberhand.
Das bedeutet nicht selten bewundernde Blicke...
Einige Gründe sind tatsächlich Gesellschaftsbezogen, wie mir grade auffällt. nunja..
Da stellt sich doch die Frage aus welchem Grund die meisten Computerbegeisterten weder religiöse, noch politische Meinung haben - Bei der Politik gibt es große Ausnahmen...
Zumindest aber bei der Religion sind sich die meisten einig: abschaffen.... sie ist nur ein Grund für Zwiespältigkeiten... Glaube an sich ist ok... solange er nicht ausartet und Menschen ihresgleichen umbringen bzw - weniger krass - andere Menschen prägen und ihnen ihre persönliche Weltanschauung vorschreiben
lässt
Die Computer-gemeinde bildet also - so könnte man es ausdrücken, eine eigene Subkultur, die sich von allen in ihrer Freiheit des Individuums und ihrem Drang Informationen zu verbreiten ausdrückt.
hui, eine philosophische Meisterleistung.... written by Tam