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Kommentar

Debian + Promise FastTrak


Vorwort

Dieses Howto beschreibt die Installation von Debian Woody mit einem Promise FastTrak Controller.

Als Beispiel dient ein onboard FastTrak133/Lite.
Eine kleine Anmerkung vorneweg: Die meisten sogenannten Raid-Controller (darunter auch die FastTrak33/66/100/133 und ihre onboard Varianten) sind keine echten Hardware-Raid-Controller. Sie bieten hardwareseitig nur einen normalen IDE-Controller mit mehreren Kanälen sowie ein Bios zur Konfiguration. Sämtliche Raid-Funktionalitäten erledigt der Treiber - somit ist es wieder ein CPU lastiges Softwareraid.

Auch wenn dieses Howto für Debian geschrieben wurde ist der grundlegende Prozess bei anderen Distributionen ziemlich ähnlich.


FastTrak Modul

Promise bietet fertige Module für verschiedene Distributionen an, leider nicht für Debian. Also wird der Source benötigt welcher hier erhältlich ist. Aus diesen Sourcen kann man an einem anderen Linuxsystem das passende Modul kompilieren und alles für eine Installation vorbereiten. Des weiteren müssen die passenden Kernelheader installiert und nach /usr/src/linux gelinkt sein:

apt-get install kernel-headers-2.4.18-bf2.4
ln -s /usr/src/kernel-headers-2.4.18-bf2.4 /usr/src/linux

Nun wird das Treiberarchiv entpackt und dort einmal make ausgeführt, was das erforderliche Modul kompiliert.

Modulfloppy

Als nächstes wird eine formatierte Diskette benötigt, auf welche das Modul kopiert wird um beim späteren Bootvorgang geladen werden zu können (etwas umständlich, aber nötig):

fdformat /dev/fd0
mount /floppy
mkdir /floppy/boot
mkdir /floppy/lib
mkdir /floppy/lib/modules
mkdir /floppy/lib/modules/2.4.18-bf2.4
mkdir /floppy/lib/modules/2.4.18-bf2.4/kernel
mkdir /floppy/lib/modules/2.4.18-bf2.4/kernel/drivers
mkdir /floppy/lib/modules/2.4.18-bf2.4/kernel/drivers/scsi
cp FastTrak.o /floppy/lib/modules/2.4.18-bf2.4/kernel/drivers/scsi
cp FastTrak.o /floppy/boot
umount /floppy

Alternativ dazu gibt es hier ein für Debian Woody passendes Image welches mittels dd if=fasttrak.bin of=/dev/fd0 bs=1440k count=1 auf eine Diskette geschrieben werden kann.

Installation

Nun kann wie gewohnt eine Debian CD, Netinstall, ein Floppyset oder via Netzwerk gebootet werden, solange bf24 (BootFlavor 2.4, also Kernel 2.4.18) zur Verfügung steht. Nach den üblichen Sprach- und Keyboardeinstellungen wählt man nun Preload essential Modules from Floppy aus, legt die Diskette ein und wählt FastTrak.o aus. Von diesem Punkt an werden die Raid-Arrays des FastTrak als SCSI-Festplatten erkannt. Falls keine "echten" vorhanden sind heisst dies:

Raid-Array 1: /dev/sda
Raid-Array 2: /dev/sdb
usw...

Nun gibt es nur noch einen Punkt zu beachten: Da das FastTrak Modul schon vor dem Mounten des root-fs geladen sein muss, ist ein initrd image zwingend erforderlich! Der Debian Installer erkennt dies allerdings automatisch und richtet dies auch selbstständig ein, solange man eine kleine Bootpartition am Anfang des Array's anlegt. 10-15MB sollten hierfür reichen.
Nun steht einer erfolgreichen Installation eigentlich nichts mehr im Wege und das System sollte auch weiterhin klaglos vom Raid-Array booten.

LILO

Sollten sich am normalen Onboard-Controller weitere IDE-Festplatten befinden erfordert dies eine gesonderte Behandlung. LILO muss mitgeteilt werden dass das Raid-Array nicht die erste Disk im System ist. Dazu benötigt man folgenden Eintrag in der /etc/lilo.conf:

disk=/dev/hda
bios=0x80
disk=/dev/sda
bios=0x81

Bei mehreren Festplatten am Onboard-Controller verschiebt sich das Array einfach um eins nach hinten (0x82, 0x83 usw).
Auch beim nativen Kerneltreiber (s.u.) ist dies zu beachten, dort ersetzt man lediglich /dev/sda durch /dev/ataraid/d0.

Nativer Kerneltreiber

Neuere Linuxkernel (meines Wissens nach seit 2.4.20) bieten ein eigenes, natives Modul für Promise FastTrak Controller an. Wer dieses nutzen möchte muss nur eine Bootdisk mit passendem Kernelsupport für den Controller erstellen, Anleitungen zum erstellen einer eigenen Bootdisk gibt es diverse im Netz. Ich war allerdings mit der Performance nicht zufrieden, so dass ich wieder das Modul von Promise benutze.
Wer dennoch das Kernelmodul testen möchte sollte beachten dass die Raid-Arrays anders angesprochen werden:

Raid-Array 1: /dev/ataraid/d0
Raid-Array 1 Partition 1: /dev/ataraid/d0p1
Raid-Array 1 Partition 2: /dev/ataraid/d0p2
Raid-Array 2: /dev/ataraid/d1
Raid-Array 2 Partition 1: /dev/ataraid/d1p1
Raid-Array 2 Partition 2: /dev/ataraid/d1p2
usw...

Ausserdem tauchen im System die einzelnen Festplatten des Arrays plötzlich als /dev/hde bis /dev/hdh auf, doch auf diese sollte man tunlichst nicht zugreifen. Ein Systemabsturz ist sehr wahrscheinlich, ein teilweiser bis kompletter Datenverlust des Arrays möglich.
Des Weiteren wird ein initrd Image bei dieser Lösung nicht benötigt.


Debian + Promise FastTrak
Stand: 08.12.2003
Carsten Brandhorst (NAPALM)